Siegener Forum

Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“

 

Paul Niederstein (Düsseldorf/Kreuztal):

Eine Reise in die Geschichte des ältesten Familienunternehmens der Region.

Die Dreslers vom Mittelalter bis heute

Nach erfolgter Winterpause wird in der kommenden Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 23. Februar 2023 die rund 500jährige Geschichte eines traditionsreichen Siegerländer Unternehmens (Dresler/Niederstein) nachgezeichnet, das auf eine lange und wechselvolle Geschichte seit dem Mittelalter zurückblicken kann. Bedeutende Familienmitglieder und wirtschaftsgeschichtliche Ereignisse werden in dem bebilderten Vortrag ebenso vorgestellt wie die Einbettung der Firmenhistorie in die Entwicklung der lokalen Montanregion.

Als geschäftsführender Gesellschafter der heute international operierenden „The Coatinc Company Holding GmbH“ in Bochum mit ihrem Stammsitz „Coatinc Siegen GmbH“ in Kreuztal wird Paul Niederstein als Referent an diesem Abend die Geschichte (s)einer Familie und ihrer unternehmerischen Wurzeln in der Metallbearbeitung bis in die Frühe Neuzeit porträtieren. Aus einer ehelichen Verbindung der Familie Dresler, die über Generationen nicht nur Unternehmenspersönlichkeiten in der Siegerländer Montanindustrie, sondern auch Bürgermeister der Stadt Siegen stellte, ging mit der Familie Niederstein Mitte des 19. Jahrhunderts ein neuer Ast im Stammbaum hervor.

 Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 23. Februar 2023, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

 

Dr. Peter Arnold Heuser (Bonn):

Hexenjustiz im Kurfürstentum Köln. Konjunkturen, Strukturen und Akteure

 In der kommenden Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Historiker Dr. Peter Arnold Heuser am 15. Dezember 2022 Akteuren, Strukturen und Entwicklungstendenzen der Hexenjustiz im Kurfürstentum Köln nachgehen.

 Die Zauberei- und Hexenverfolgungen des 16., 17. und frühen 18. Jahrhunderts im Kurfürstentum Köln, dessen Territorium (Rheinisches Erzstift, Herzogtum Westfalen, Vest Recklinghausen) sich über Teile des Rheinlands, Westfalens und des Ruhrgebiets erstreckte, sind in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand ertragreicher Forschungen gewesen. Der Referent führt in den aktuellen Forschungsstand ein und ordnet die Befunde regionalgeschichtlich zu, unter besonderer Berücksichtigung der Territorien im Umfeld der Sieg.

 Dr. Peter Arnold Heuser ist seit 2015 als Research Fellow am Zentrum für Historische Friedensforschung an der Universität Bonn. Seit April 2022 ist er zudem ordentliches Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen. Zu seinen Publikationsschwerpunkten zählen unter anderem historische Friedens-, Konflikt-, Gewalt- und Kriminalitätsforschung, des Weiteren Humanismusforschung, Konfessionalisierung, Kirchengeschichte sowie Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte. In zahlreichen Veröffentlichungen, darunter in der „Westfälischen Zeitschrift“ oder in den „Rheinischen Vierteljahrsblättern“, hat er die kurkölnischen Hexenprozesse in der Frühen Neuzeit eingehender unter die Lupe genommen.

 Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 15. Dezember 2022, um 18.30 Uhr im Atriumsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

 

Leander Wilhelm Kühn B.Sc. (Siegen):

 Die frühe Geschichte Siegens. Alte Befunde und neue Erkenntnisse - der aktuelle Stand der Forschung

 In der kommenden Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Leander Wilhelm Kühn am 17. November 2022 den aktuellen Stand der archäologischen Erforschung der Siegener Stadtgeschichte vorstellen.

 

Die historischen Anfänge der Stadt Siegen stellen eine zentrale Frage in der Siegerländer Heimatforschung dar, welche zunächst unter Heranziehung historischer Quellen, später von Bodenfunden nachgegangen wurde.

Der Vortrag stellt den aktuellen Kenntnisstand dar und bezieht auch bisher noch uninterpretierte Befunde und Funde ein, aus denen in den letzten Jahren unter Anwendung geoarchäologischer Datierungsmethoden neue Erkenntnisse etwa über die Martinikirche als den ältesten Kirchenbau der Stadt generiert werden konnten. So lädt der Vortrag zu einem Gang durch die Geschichte Siegens im Frühmittelalter, wie sie sich der heutigen Forschung aus den nur wenigen Anhaltspunkten darstellt, bis ins Hochmittelalter ein, dessen zur Verfügung stehende Textquellen die Geschichte der „Krönchenstadt“ weiter zu erhellen vermögen.

 Leander Wilhelm Kühn legte 2020 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eine Arbeit zu dem Thema „Archäometrische Untersuchung des Bodenmosaiks der Martinikirche zu Siegen“ vor, die er mit dem akademischen Grad Bachelor of Science abschloss. Seit 2018 ist der Referent zudem Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und seit 2022 wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Bonn.

 Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 17. November 2022, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

 

nd gut entphan und halden“ – Graf Johann I. von Nassau und der Hadamarer Erbfolgestreit

Nach erfolgter Sommerpause wird der Historiker Oliver Teufer M.A. in der nächsten Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 22. September 2022 das Spannungsgeflecht konkurrierender landesherrlicher Interessen in der Grafschaft Nassau im späten Mittelalter nachzeichnen.

Mit der Gestalt Graf Johanns I. von Nassau (1339-1416), Herr von Dillenburg und Siegen, verbindet sich nicht nur die längste Regentschaftszeit eines nassauischen Grafen, sondern ebenso eine Zeit territorialer Expansion. Vor diesem Hintergrund sind die Geschehnisse um das Erbe der Grafen von Nassau-Hadamar Ende des 14. Jahrhunderts zu betrachten. Geführt zwischen dem Siegener Landesherrn Johann I. und Ruprecht VII. von Nassau-Sonnenberg stellt der Erbfolgestreit gleichzeitig den einzigen gewaltsamen Konflikt zwischen der ottonischen und walramischen Linie des Hauses Nassau dar. Der Vortrag beleuchtet die Forderungen und Motive der verschiedenen Akteure sowie die von den einzelnen Parteien gewählten Mittel und Wege zur Durchsetzung der eigenen Rechtsansprüche. Der unter anderem durch die „Limburger Chronik“ des Johannes Mechtel bekannt gewordene Hadamarer Erbfolgestreit ist ein Paradebeispiel für die Ausweitung einer regional begrenzten Auseinandersetzung und für den Aufbau von Bündnissystemen. Für das Siegerland waren die militärischen Spannungen insofern von Bedeutung, als dass die hier ansässigen Waffenschmiede die Aufstellung und den Unterhaltung der zum Einsatz gebrachten Streitmacht Johanns I. erst möglich machten.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 22. September 2022, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

 

Olaf Wagener M.A. (Kreuztal): Die Landhecken und Befestigungen an der Grenze des Siegerlandes zu Kurköln und Wittgenstein

n der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Burgenhistoriker Olaf Wagener M.A. am Donnerstag, den 23. Juni 2022, den neuesten Stand der Forschungen über die Landhecken und Befestigungen an der Grenze des Siegerlandes nachzeichnen.

 

Ist die sogenannte Kölsche Heck als Landwehr als Grenze zwischen Siegerland und Sauerland bekannt, widmet sich der Vortrag vornehmlich der Grenzbefestigung nach Wittgenstein am Beispiel des Bereichs zwischen der Burg Hainchen und dem Dreiherrenstein bei Zinse. Auf Grundlage archäologischer Denkmäler, historischer wie auch moderner Karten und schriftlicher Zeugnisse werden die ehemaligen Befestigungsanlagen in ihrer Lage und baulichen Gestalt nachvollzogen. Dabei stellt der Referent auch neu entdeckte Befunde aus Geländegängen sowie die bislang unbekannt gebliebene, älteste überlieferte Grenzbeschreibung vor.

 

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 23. Juni 2022, um 18.30 Uhr im Atriumsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

 

Matthias Kirchbach M.A. (Siegen): Migration ins Siegerland nach 1945 in Erinnerungskultur und kollektivem Gedächtnis

 In der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Historiker Matthias Kirchbach M.A. von der Universität Siegen am Donnerstag, den 19. Mai 2022, Aspekte der Zuwanderung ins Siegerland nach 1945 nachzeichnen.

 

Das Siegerland war seit 1945 stark von Migration betroffen. Insbesondere „Flucht und Vertreibung“, die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte seit den 1950er Jahren und die Zuwanderung von Aussiedlern und Spätaussiedlern hinterließen Spuren im kollektiven Gedächtnis. In seinem Dissertationsprojekt untersucht der Referent derzeit die Bedeutung der Migration für die regionale Erinnerungskultur.

 

Matthias Kirchbach ist seit 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Universität Siegen (Prof. Dr. Bärbel Kuhn). Im Jahr 2016 erhielt er den Waxmann-Preis der Bildungsforschung, ein Jahr darauf den Studienpreis des Kreises Siegen-Wittgenstein für seine Staatsexamensarbeit „Regionale Erinnerungskultur als konjunktiver Erfahrungsraum? Eine empirische Untersuchung zu Siegerländer Erinnerungsorten“.

 

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 19. Mai 2022, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

 

PD Dr. Christoph Galle (Hamburg/Olpe): Studium ohne Universität!? Beobachtungen zur akademischer Ausbildung Siegener Studenten am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit

 In der kommenden Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Historiker PD Dr. Christoph Galle am Donnerstag, den 28. April 2022, das akademische Umfeld Siegener Studenten am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit beleuchten.

 

Im 15. und 16. Jahrhundert wurden in den deutschen Territorien zahlreiche Landesuniversitäten gegründet. Nicht so in Siegen. Doch bedurfte man auch hier für die gräfliche Verwaltung, das Rechtswesen sowie die medizinische und seelsorgerliche Betreuung der Bevölkerung eines akademisch ausgebildeten Fachpersonals. Auf Grundlage der überlieferten Matrikeln der zwischen 1450 und 1600 im deutschen Sprachraum existierenden Universitäten zeigt der Referent auf, wohin es die jungen Männer aus Siegen zum Studium zog und wie sich ihre Studienortwahl bedingt durch äußere Faktoren wie die Gründung neuer Ausbildungsstätten im Laufe der Jahrzehnte veränderte.

 

PD Dr. Christoph Galle wurde 2012 an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit unter dem Titel „Hodie nullus – cras maximus. Berühmtwerden und Berühmtsein im frühen 16. Jahrhundert am Beispiel des Erasmus von Rotterdam“ promoviert. Nach Aufenthalten als Gastwissenschaftler an den Universitäten von Oxford und Durham wurde er 2017 bis 2019 zunächst Leiter des DFG-Projekts „Monumenta testium veritatis“ in Marburg, dann 2019 Inhaber einer Postdoc-Stelle zur Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ende 2019 reichte er an der Universität Hamburg seine Habilitationsschrift „Karolingische Reform und Predigt“ ein, wo er seit vergangenem Jahr als Privatdozent lehrt.

 

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 28. April 2022, um 18.30 Uhr im XXXXXX der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei!

Aus aktuellem Anlass die wichtige Info, dass der für Donnerstag, den 28. April 2022, terminierte Vortrag (Siehe oben) des „Siegener Forums“ nicht wie geplant im Eintrachtsaal stattfindet, sondern wegen Sanierungsarbeiten kurzfristig in den Atriumsaal der Siegerlandhalle verlegt werden musste (ansonsten hat sich aber nichts am Veranstaltungsrahmen geändert).