Siegener Forum Terminplanung

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachstehend sehen sie eine Übersicht der geplanten Vorträge des Siegener Forums bis Mitte 2023. Bitte beachten sie, dass Änderungen immer möglich sein werden. Die konkret stattfindenden Vorträge finden sie dann im Punkt "Siegener Forum".

 

  1. Halbjahr 2022

 

  1. September 2022, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Oliver Teufer M.A. (Elbtal/Siegen): und ob wir nit Erbin hetten unser Tochte erbn dieselben burg hademar hobe und gut entphan und halden – Graf Johann I. von Nassau und der Hadamarer Erbfolgestreit

Mit der Gestalt Johanns I. von Nassau (1339-1416), Herr von Dillenburg und Siegen verbindet sich nicht nur die längste Regentschaftszeit des nassauischen Grafengeschlechtes sondern ebenso eine Zeit territorialer Expansion. Vor diesem Hintergrund sind die Geschehnisse um das Erbe der Grafen von Nassau-Hadamar zu betrachten. Geführt zwischen Graf Johann und Ruprecht VII. von Nassau-Sonnenberg stellt dieser gleichzeitig den einzigen gewaltsamen Konflikt zwischen der ottonischen und walramischen Linie des Hauses Nassau dar. Der Vortrag beleuchtet die Rechtsansprüche der verschiedenen Akteure am Erbe der Hadamarer Grafen wie die von den einzelnen Parteien gewählten Mittel und Wege zur Durchsetzung der eigenen Ansprüche. Unter letztgenanntem Aspekt ist die immense Bedeutung der Waffenschmieden des Siegerlandes zu nennen, die Aufstellung und Unterhaltung der zum Einsatz gebrachten Streitmacht auf nassau-ottonischer Seite erst möglich machten.

 

  1. Oktober 2022, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Jana Sosnitzki M.A. (Lennestadt): Dr. Hans Kruse in der Zeit des Nationalsozialismus

 

Dr. Hans Kruse, jahrzehntelanger Museumsdirektor, Stadtarchivar und Herausgeber des „Siegerländer Heimatkalenders“, an den noch heute erinnert wird. Ein Vorantreiber von Kunst, Kultur und Geschichtswissenschaft in Siegen, aber auch an die Umstände seiner Zeit gebunden. Eine Zeit, in der das nationalsozialistische Regime viele Möglichkeiten zur aktiven Kooperation bot. Dr. Hans Kruse war nie aktives Mitglied der NSDAP oder einer Unterorganisation, blieb aber stets in seinen Ämtern. Es stellt sich die Frage: Leistete Kruse nur das Mindestmaß an Kooperation, um in seinem Amt zu bleiben oder arbeitete er aktiv mit den Nationalsozialisten zusammen, um Vorteile für sich, das Museum und das Archiv zu sichern?

 

 

  1. November 2022, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Leander Kühn B.Sc. (Siegen): Die frühe Geschichte Siegens. Alte Befunde und neue Erkenntnisse - der aktuelle Stand der Forschung

 

Die geschichtlichen Anfänge der Stadt Siegen stellen eine zentrale Frage in der Siegerländer Heimatforschung dar, welche zunächst unter Heranziehung historischer Quellen, später von Bodenfunden in den vergangenen beiden Jahrhunderten immer wieder Untersuchungsgegenstand waren.

Der Vortrag stellt den aktuellen Kenntnisstand dar und bezieht auch bisher noch uninterpretierte Befunde und Funde ein, aus denen in den letzten Jahren ebenfalls unter Anwendung geoarchäologischer Datierungsmethoden neue Erkenntnisse über die Martinikirche als den ältesten Kirchbau der Stadt generiert werden konnten. So lädt der Vortrag zu einem Gang durch die Geschichte Siegens im Frühmittelalter, wie sie sich der heutigen Forschung aus den nur wenigen Anhaltspunkten darstellt, bis ins Hochmittelalter ein, dessen zur Verfügung stehende Textquellen die Geschichte unserer Heimatstadt weiter zu erhellen vermögen.

 

 

  1. Dezember 2022, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Dr. Peter Arnold Heuser (Bonn): Hexenjustiz im Kurfürstentum Köln. Konjunkturen, Strukturen und Akteure

 

Die Zauberei- und Hexenverfolgungen des 16., 17. und frühen 18. Jahrhunderts im Kurfürstentum Köln, dessen Territorium (Rheinisches Erzstift, Herzogtum Westfalen, Vest Recklinghausen) sich über Teile des Rheinlands, Westfalens und des Ruhrgebiets erstreckte, sind in den letzten Jahren Gegenstand ertragreicher Forschungen gewesen. Der Referent führt in den aktuellen Forschungsstand ein und ordnet die Befunde regionalgeschichtlich zu, unter besonderer Berücksichtigung der Territorien im Umfeld der Sieg.

 

 

  1. Halbjahr 2023

 

  1. Februar 2023, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Paul Niederstein (Düsseldorf/Kreuztal): Eine Reise in die Geschichte des ältesten Familienunternehmens der Region. Die Dreslers vom Mittelalter bis heute

 

Als ältestes Familienunternehmen kann Dresler/Niederstein auf eine lange und wechselvolle Geschichte seit dem Mittelalter zurückblicken. Diese wird im Rahmen des Vortrags mit Blick auf herausstechende Personen und Ereignisse nachgezeichnet. Zugleich erfolgt die Einbettung der Historie in die Entwicklung der lokalen Montanregion.

 

 

  1. März 2023, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Dr. Manuel Zeiler (Olpe): Silber und Eisen verändern die Region - Berg- und Hüttenwesen Südwestfalens im Spiegel der Archäologie

 

Zwischen Ruhr und Sieg werden seit Jahrtausenden mineralische Rohstoffe gewonnen, Bergbau betrieben oder Erze verhüttet. Allgemein bekannt sind dabei der Kohlebergbau in der Hochindustrialisierung im Ruhrgebiet oder die intensive Phase der Eisengewinnung im Siegerland bis in die 1960er Jahre. Weniger bekannt ist hingegen, dass die Wurzeln dieser Montanreviere teilweise über tausend Jahre zurückreichen und in welchem Umfang und mit welcher technischen Entwicklung das Berg- und Hüttenwesen den Raum prägte. Archäologische Forschungen der letzten 100 Jahre liefern uns heute hierzu ein facettenreiches Bild und erschließen Montandenkmäler von teilweise europäischer Bedeutung. Der Vortrag spannt dabei einen Bogen von der Steinzeit bis in die Phase der Industrialisierung.

 

 

  1. April 2023, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Prof. Dr. Eva von Engelberg (Siegen): Die Siegener Hochbunker im Stadtbild

 

Eine Besonderheit Siegens liegt in der Dichte der Hochbunker, die bis heute das Stadtbild prägen. Mit ihren Türmen, hohen Dächern und Konsolgesimsen erinnerten sie an Burgen oder Schlösser und waren aus der Entfernung kaum als Bunker zu erkennen. Zugleich passten sie sich in die „Burgenlandschaft“ des Siegerlandes und das von Oberem und Unterem Schloss bestimmte Stadtbild ein und weckten Assoziationen zu den turmreichen historischen Stadtansichten Siegens. Der Vortrag fragt nach der stadtbildprägenden Wirkung der Bunker zur Zeit ihrer Entstehung, in der Nachkriegszeit und heute, wobei der unterschiedliche Umgang mit diesem „schwierigen Erbe“ thematisiert wird.

 

 

  1. Mai 2023, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Dr. André Hellmann (Aachen): Historischer Kobalterzbergbau im Siegerland: Vom Erz zum Kobaltblau

 

Weit weniger bekannt als der Bergbau auf Eisenstein im Siegerland ist der Bergbau auf Kobalterze als Rohstoff zur Herstellung blauer Farben. Der Kobalterzbergbau im Siegerland hatte seinen Ursprung in Gosenbach auf Grube Storch im Jahr 1737, bereits 30 Jahre vor dem in Bechers Mineralogischer Beschreibung erwähnten Datum. Ab 1767 verbreitete sich der Kobalterzbergbau allgemein im Siegerland. Bekannte Bergwerke mit klangvollen Namen wie Grüner Löwe, Junkernburg,
Wilderbär, Buntekuh und Philippshoffnung sind hiermit verknüpft. Die Einstellung des Kobalterzbergbaus im Siegerland erfolgte 1856 durch Verbreitung des künstlichen Ultramarins und dem damit einhergehenden Preisverfall. Zwischen 1885-1906 erfolge kurzzeitig ein Wiederaufleben des
Kobalterzbergbaus. Die vorerst letzten Versuche einer Wiederaufnahme erfolgten im Rahmen des Vierjahresplanes der N.S.-Zeit auf Philippshoffnung.

 

 

  1. Juni 2023, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle)

Christian Brachthäuser (Siegen): Barocke Gartenkunst mit antikem Dekor: Ursprung und Entstehung des Herrengartens in Siegen

 

Der 1669 von Fürst Johann Moritz am Siegufer modellierte Herrengarten mit seinen geometrisch angeordneten Zierbeeten, Flanierwegen und antiken Skulpturen sowie mit einer Orangerie zur Kultivierung und Überwinterung blühender Zitrusgewächse war einst eine Symbiose von Machtdemonstration, Selbstinszenierung und barocker Gartenkunst. Der bebilderte Vortrag dokumentiert die Entstehung und Entwicklung des repräsentativen Hofgartens, der nach Vollendung des Unteren Schlosses im 18. Jahrhundert als Lustpark für die fürstliche Familie diente und dessen historische Bausubstanz im Zuge der Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert zerstört wurde.