Aktuelles

Familienkundliche Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein. Freitag, 8. Dezember, 20 Uhr, Haus der Kirche (Burgstr. 21): „Siegerländer im Umfeld des Reformators Martin Luther“. Mit Gerhard Moisel.


Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte am 7. Dezember 2017

Christian Brachthäuser, Stadtarchiv Siegen:
Das „gemuurde Hus“ auf der Hammerhütte – ein mittelalterlicher Wachtturm? Eine burgenkundliche Untersuchung
Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich am Donnerstag, den 7. Dezember 2017, mit einem rätselhaften Gebäude im Siegener Stadtgebiet beschäftigen. Das so genannte „gemauerte Haus“ in dem 1417 erstmals urkundlich erwähnten Vorort Hammerhütte soll angeblich schon im Spätmittelalter errichtet worden sein. Historiker und Burgenforscher rätseln seit Jahrzehnten über die Bedeutung des 1946 zerstörten Anwesens. Der quadratische Grundriss, ein historischer Tonnengewölbekeller, mächtige Mauern und die einst mit Eisengittern gesicherten Fensteröffnungen könnten für ein Gebäude mit wehrhaftem Charakter sprechen. Christian Brachthäuser hat sich anlässlich des 600jährigen Jubiläums der urkundlichen Erwähnung der Hammerhütte im Jahr 2017 diesem spannenden Kapitel genähert. „Der Flurname ‚Auf der Burg‘ in der Ziegelwerkstraße könnte noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf eine abgegangene Burgstelle zumindest im näheren Umfeld hingedeutet haben“, berichtet der Mitarbeiter des Stadtarchivs Siegen. „Die Parallelen zu vergleichbaren, kleineren Turmburgen im südlichen Siegerland und auf dem Westerwald sind jedenfalls sehr auffällig und bislang kaum untersucht worden. Diese Wehranlagen wurden häufig im 12. Jahrhundert an historischen Verkehrsknotenpunkten errichtet und in historischen Schriftquellen bezeichnenderweise selbst vielfach ‚steinerne Häuser‘ genannt.“ Der Referent wird in seinem bebilderten Vortrag die baulichen Charakteristika solcher hochmittelalterlichen Kleinburgen herausstellen und dann der Frage nachgehen, ob auch das „gemauerte Haus“ auf der Hammerhütte deren Attribute erfüllt haben könnte. 
Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ ist eine Kooperation von Volkshochschule und Stadtarchiv Siegen, Geschichtswerkstatt Siegen e.V., Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. und Aktivem Museum Südwestfalen e.V. Die Reihe stellt im monatlichen Wechsel neuere Forschungen aus dem Spektrum der regionalen Geschichte vor, ist aber auch offen für aktuelle allgemeinhistorische Beiträge. 

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 7. Dezember 2017, um 18.30 Uhr

im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs Siegen, Markt 25, 57072 Siegen (KrönchenCenter, 3. Obergeschoss.). Der Eintrittspreis beträgt 3,00 Euro. 

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Bild: Das „gemuurde Hus“ auf einer Fotografie um 1910. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

 


 

„Der Maler und die Ärztin“

In Freudenberg werden Werke von Carl Jung-Dörfler gezeigt Das Freudenberger 4Fachwerk-Museum setzt seine Tradition fort, mit einer besonderen Präsentation an einen bedeutenden Siegerländer Künstler zuerinnern.In der nun beginnenden und von Dr. Ingrid Leopold vorbereiteten Winterausstellung steht Carl Jung-Dörfler im Mittelpunkt. Es wird eine umfangreiche Werkschau sein, die einen tiefen Einblick in das Wirken und die Entwicklung des Künstlers gewährt. Viele der gezeigten Ölgemälde undBleistiftskizzen stellte das Museum Wilnsdorf bereit, das in seinem Fundus über eine ganze Reihe von Jung-Dörfler-Werken verfügt.Carl Jung, in Obersdorf im Siegerland am 29. Januar 1879 als Ältester von acht Kindern geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Bereits mit 13 Jahren musste er die Schule verlassen, um für den Lebensunterhalt der Familie aufzukommen. Sein Vater, Johannes Heinrich Jung, war früh an Tuberkulose gestorben. Bis zu seinem 29. Lebensjahr arbeitete Carl für einen Hungerlohn im Bergbau. Allerdings: In jeder freien Minute zeichnete und malte er. Sein Talent wurde durchaus früh erkannt, aber erst 1908 ergab sich für ihn die Chance, die Kunstakademie in Düsseldorf zu besuchen. Vermutet werden darf, dass der katholische Ortsgeistliche auf die großen künstlerischen Fähigkeiten Jungs aufmerksam geworden ist und sich bei dem zu Besuch weilenden Weihbischof für einen Studienplatz an der Akademie in Düsseldorf eingesetzte. Die „Kaiserliche Schatullenverwaltung“ in Berlin habe dafür ein Stipendium bewilligt. Paul U. Unschuld , der das Buch „Die Ärztin und der Maler“ verfasste, überschreibt diese Lebensentwicklung Jungs mit den Worten „Aus dem Dunkel ins Licht“.Carl Jung wurde Meisterschüler, fertigte kunstvolle Bleistiftskizzen an, malte ausdrucksstarke Portraits und immer wieder die Siegerländer Landschaft. Der Zusatz „Dörfler“, den er in Düsseldorf seinem Nachnamen Jung hinzu setzte, wird als Beleg für seine enge Heimatverbundenheit interpretiert.1912 lernte er die jüdische Ärztin Hedwig Danielewicz kennen, mit der er 11 Jahre bis zu seinem frühen Tod verheiratet war. Der Maler starb am 1.9.1927 im Alter von 48 Jahren und wurde in Obersdorf beigesetzt.Seine Witwe war als Jüdin zunehmender Rassendiskriminierung ausgesetzt.1938 musste sie ihre Praxis in Düsseldorf abgeben und lebte fortan in bitterer Armut. 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrer Schwester nach Minsk/Weißrussland deportiert. Dort ist sie im Ghetto umgekommen.

Die Ausstellung wird am Freitag, 24. November 2017, um 19:00 Uhr im Museum eröffnet.

Einleitende Worte wird Dr. Ingrid Leopold sprechen. Die Geschwister Marion Puchelt (Viola da Gamba) und Julian Puchelt (Trompete) gestalten die musikalische Umrahmung.Zur Vernissage und Berichterstattung lädt der Museumsverein sehr herzlich ein. Die Ausstellung bleibt bis zum 14. Januar 2018 in Freudenberg zu sehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

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Die Lebensgesichte des Malers und seiner jüdischen Frau

Lesung anlässlich der Ausstellung von Carl Jung-Dörfler-Werken „Im Museum“ betitelte der Maler Carl Jung-Dörfler eine kleine Zeichnung im Jahr 1915, in der er sich selbst und seine Frau Frau Hedwig Danielewicz abbildete.Nicht nur diese Grafik ist gegenwärtig im 4Fachwerkmuseum zu sehen, sondern auch die Lebensgeschichte der beiden wird jetzt im Museum zu hören sein: Dr. Ingrid Leopold, die die gegenwärtige Ausstellung im 4Fachwerk-Museum zusammenstellte, und Volker Bunse laden zu einer gemeinsamen Lesung ein.Der 1943 geborene Medizinhistoriker Professor Dr. Paul Ulrich Unschuld setzte mit seinem 1994 erstmals erschienenen Buch „Die Ärztin und der Maler“ Hedwig Danielewicz und Carl Jung-Dörfler ein literarisches Denkmal. In dem „realhistorischen Drama“ dokumentiert sich mit den Lebensgeschichten der beiden so unterschiedlichen Ehepartner ein Stück deutsche Zeitgeschichte des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Doppelbiografie reicht weit über die beteiligten Akteure hinaus. Die tragischen und bewegenden Einzelschicksale stehen im Kontext gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen dieser Zeit. Nur elf Jahre waren der Maler und die Ärztin verheiratet, er starb 1927 im Alter von nur 48 Jahren.Vierzehn Jahre später wurde die jüdisch stämmige Hedwig Danielewicz, die zum katholischen Glauben konvertiert war, nach Minsk deportiert, wo sie umgekommen ist.Aus diesem Buch werden Dr. Ingrid Leopold und Volker Bunse die entscheidenden Abschnitte zum Verständnis der Lebensgeschichte herausgreifen. Die Lesung beginnt am Dienstag, 5. Dezember 2017 um 19:00 Uhr, der Eintritt beträgt 5 Euro.Hedwig Danielewicz sah es dann als eine Lebensaufgabe an, dass die Kunstwerke ihres verstorbenen Mannes ausgestellt wie aber auch gesichert wurden. So haben letztlich viele Gemälde und Blätter den Weg in dessen Heimat gefunden, wo sie im Fundus des Museums in Wilnsdorf einen sicheren Aufbewahrungsort bekamen. 

Durch die nun in Freudenberg zu sehende umfassende Werkschau bietet Dr. Ingrid Leopold am Sonntag, 17. Dezember 2017 um 15:00 Uhr zudem eine Sonderführung an.

 


 

Neuerscheinung „Mitten in der Stadt und bei den Menschen“
700 Jahre Nikolaikirche in Siegen 1317 – 2017


Das Buch, das als Band 2 der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegen und des Siegerlandes“ erschienen ist, ist erhältlich bei der evangelischen Nikolai-Kirchengemeinde, Pfarrstraße 2, 57072 Siegen, beim Kreiskirchenamt Siegen / Wittgenstein (Zentrale) sowie in den örtlichen Buchhandlungen.

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Ab sofort lieferbar!


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Neu erschienen:


Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegen und des Siegerlandes Bd. 25 Karl-Heinz Ax: Rudersdorfer Ortsgeschichte, Verlag Vorländer, € 34,80. Das Buch ist zu beziehen bei: Karl-Heinz Ax, Steinstrasse 11, 57072 Siegen

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„Zeitschrift Siegerland Band 93 Heft 1-2  2016  neu erschienen“


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Wir räumen unser Lager:


Ältere Siegerland-Hefte der Jahrgänge 1950 - 2000 sind zum Preis von 1 Euro erhältlich, ältere Heimatkalender der Jahrgänge 1970 - 2005 aus dem Antiquariat zum Preis von 1 Euro. Anfrage per Mail oder zu den Geschäftszeiten im Geschäftszimmer.