Exkursion 1/2015

Unsere diesjährige erste Exkursion vom 6.6.2015 hat uns ins Netpherland geführt. 
Zuerst zur Obernautalsperre und danach nach Walpersdorf. Die Exkursionsteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt und von den beiden Mitarbeitern des Wasserverbandes in kurzen Abständen nacheinander durch die Staumauer geführt. Als die Talsperre von 1967 bis 1972 gebaut wurde, mussten die Bewohner der beiden Dörfer Obernau und Nauholz umgesiedelt werden. Auch Teile von Brauersdorf mussten abgerissen werden. Warum hier? 
Weil hier alles Notwendige für so eine Talsperre gegeben war. Ein Talkessel mit einem Gewässer und einer Engstelle, sowie ein tragfähigen und dichten Untergrund. Weiter positiv war, dass die Erde für den Staudamm auch aus dem Bereich des Talkessels gewonnen werden konnte (alter Steinbruch). Es war auch genügend Platz da, um zwei Vorsperren einzurichten, um das Einschwemmen von Geröll und anderen Schwebstoffen aus den Zuflüssen/-bächen zu verhindern. So wird eine schleichende Verlandung der Talsperre ausgeschlossen. Das Zusammenkommen aller dieser Faktoren ist nur sehr selten zu finden. Also deswegen Obernau. Den ehemaligen Einwohnern ist es sicherlich nicht leicht gefallen ihre Dörfer verlassen zu müssen und an anderer Stelle neu zu beginnen. Eigentlich dauert so eine Führung zwei Stunden, doch wir haben uns so angeregt und wissbegierig mit dem Talsperrenwärter Herrn Rosmanith und seinem Kollegen Herrn Müller unterhalten, dass wir zweieinhalb Stunden benötigten. 
Wir bedanken uns recht herzlich bei den beiden Herrn für eine sehr interessante Führung und können nur jedem empfehlen, eine solche Führung ebenso zu machen. Danach hatten wir uns unser Mittagessen wahrlich verdient. Wir sind weitergefahren nach Irmgarteichen und haben im Lokal  „Jokebes“ eine köstliche und unterhaltsame Mittagspause eingelegt. 
Am Nachmittag ging es weiter nach Walpersdorf. Hier hat uns Herr Bruno Wagner auf dem Köhlerplatz oberhalb von Walpersdorf von der langen Tradition der Köhlerei im Siegerland berichtet. Heute wird Holzkohle überwiegend nur noch für private Zwecke, sprich fürs Grillen verwendet. Früher war die Holzkohle aus Kohlenmeiler zwingend notwendig zur Verhüttung von Roheisen. 
Dies wurde dann durch die Kokskohle, aus Steinkohle hergestellt, abgelöst. Die Tradition des Köhlerhandwerks hat sich zum Glück an einigen Stellen im Siegerland erhalten. Die Familie Wagener hat daran einen großen Anteil. Neben einem Holzhandel betreibt der Herr Bruno Wagener auch das Köhlerhandwerk. Da dies in der Natur stattfindet, ist die Arbeit stark witterungs- und jahreszeitenabhängig. Sprich die Kohlenmeiler bei Herrn Wagener werden nur zwischen April und Oktober betrieben.